Ich will einiges anders anfassen

Ich will einiges anders anfassen – offen, ehrlich und mit gesundem Menschenverstand.
Warum ich bewusst die Schrottimmobilien an der Kreisstraße als Ort gewählt habe und was mir als Bürgermeisterkandidat wichtig ist – hier mein ganzer Beitrag 👇
 
Im Rahmen der RN-Interviewreihe zur Bürgermeisterwahl 2025 habe ich bewusst einen Ort gewählt, der symbolisch für vieles steht, was in Selm besser laufen könnte: die Schrottimmobilien an der Kreisstraße. Sie wurden 2017 von der Stadt erworben – seitdem verfallen sie sichtbar. Ich werde oft gefragt, was nun mit diesen Häusern passiert. Doch selbst als Ratsmitglied darf ich dazu nichts sagen, weil entsprechende Informationen unter Verschluss gehalten werden. Für mich ist klar: So funktioniert Vertrauen in Politik nicht.
 
Als erstes müssen alle Projekte und Vorhaben auf den Prüfstand – auf tatsächlichen Bedarf und Wirtschaftlichkeit. Nur wenn diese Prüfung ehrlich, transparent und nachvollziehbar erfolgt, lassen sich realistische Aussagen zu Einsparpotenzialen treffen. Und erst dann darf überhaupt über Steuererhöhungen nachgedacht werden – aber niemals reflexartig oder als einfachste Lösung. Politik braucht Mut zur Priorisierung, nicht nur Mut zur Belastung.
 
Ich sage offen: Vieles in Selm muss neu gedacht werden. Ich stehe für eine Politik, die Investitionen nicht nach Parteiwillen trifft, sondern nach echtem, überprüfbarem Bedarf. Deshalb fordere ich, dass künftig alle größeren Projekte systematisch auf ihren Nutzen, ihre Wirtschaftlichkeit und mögliche Alternativen hin geprüft werden. Das schafft Klarheit und verhindert teure Fehleinschätzungen.
 
Ein Beispiel ist das Projekt Haus Dörlemann. Ich bin nicht grundsätzlich gegen Investitionen – im Gegenteil. Aber sie müssen zielgerichtet und bedarfsorientiert erfolgen. In diesem Fall wurde eine hohe Summe allein für die Planung eingestellt, ohne dass der tatsächliche Bedarf zuvor klar nachvollziehbar dargelegt wurde. Wer das integrierte Handlungskonzept der Stadt gelesen hat, wird wissen, was ich meine: Die Argumentation bleibt vage, konkrete Bedarfsanalysen oder belastbare Nutzungsprognosen fehlen. Solche Projekte brauchen eine solide Grundlage – sonst verlieren die Menschen zu Recht das Vertrauen in die politische Führung.
Ich vergleiche das gern mit einer privaten Entscheidung: Wenn ich ein Auto kaufen möchte, prüfe ich vorher, wie viele Personen regelmäßig mitfahren, ob ich Gepäck transportiere oder nur Kurzstrecken fahre. Danach entscheide ich, ob ich einen Kombi, ein Cabrio oder vielleicht gar kein neues Auto brauche. Diese Herangehensweise sollte auch im Rathaus selbstverständlich sein.
 
Auch zur Digitalisierung habe ich klare Vorstellungen. Ein zentrales Projekt ist die Einrichtung einer öffentlich einsehbaren Fördermitteldatenbank für Selm. Diese soll systematisch Informationen zu Programmen und Zuschüssen von EU, Bund und Land bündeln. Ziel ist es, alle Fördermöglichkeiten transparent, strukturiert und aktuell zugänglich zu machen, sowohl für die Verwaltung als auch für politische Entscheidungsträger und interessierte Bürger.
Diese Datenbank dient nicht nur der Information, sondern auch als Grundlage für eine planbare, strategisch ausgerichtete Fördermittelakquise. So lassen sich gezielt Projekte identifizieren, bei denen externe Mittel sinnvoll eingesetzt werden können – statt auf Zufall oder Einzelhinweise angewiesen zu sein. Digitalisierung wird hier zum Werkzeug verantwortungsvoller Haushaltsführung.
 
Ein weiteres Beispiel ist ein bedarfsgesteuertes Modell zur Sicherung der Buslinie R19. Durch digitale Lösungen könnten Fahrten besser an die tatsächliche Nutzung angepasst und die Betriebskosten gesenkt werden – ohne das Angebot pauschal zu kürzen.
 
Ein weiterer zentraler Punkt für mich ist echte Bürgernähe. Ich möchte die Menschen in Selm nicht nur informieren, sondern stärker einbinden. Deshalb setze ich mich für regelmäßige digitale Beteiligungsformate ein, etwa Umfragen oder Abstimmungen zu konkreten Vorhaben. Ebenso wichtig sind analoge Begegnungsformate: regelmäßige Vor-Ort-Gespräche, offene Fragerunden und echte Ansprechbarkeit – nicht nur vor der Wahl, sondern dauerhaft.
 
Dass ich auf ein Kinderfoto verzichtet habe, wurde im Artikel ebenfalls erwähnt. Das ist richtig. Denn ich kandidiere nicht für ein Poesiealbum, sondern für ein verantwortungsvolles Amt.
 
Ich danke der Redaktion für das faire Gespräch – auch wenn nicht alles gesagt werden konnte, was mir wichtig war. Es gibt noch viele weitere Themen, die ich in den kommenden Wochen ansprechen werde: Familienfreundlichkeit, OGS, Kindertagespflege, Sportangebote, Sicherheit, Wirtschaftsförderung und vieles mehr. Dazu folgen weitere Videos auf Instagram und YouTube.
 
Ich freue mich über jede Rückmeldung – direkt, ehrlich und gern im Dialog. Denn mein Ziel bleibt: eine klare, sachliche und bürgernahe Politik – für alle in Selm.
 
Euer
Heiko Buchalik