Meine Antworten auf Bürgerfragen zur Kommunalwahl 2025
Beim RN-Kandidatencheck 2025 war ich selbst nicht dabei. Im Vorfeld hatte ich mehrfach darum gebeten, online zugeschaltet zu werden. Nach Aussage der Ruhr Nachrichten war dies leider nicht möglich.
Im Anschluss habe ich von der Redaktion jedoch einen Fragenkatalog erhalten, den ich ausführlich beantwortet habe. Diese Antworten stelle ich hier auch transparent zur Verfügung, damit sich alle Bürger ein eigenes Bild machen können.
1. „Gibt es Überlegungen, die ÜMI wieder einzuführen, da die OGS für viele Eltern deutlich höhere monatliche Kosten verursacht?“
Ich sehe die Belastung der Eltern durch die OGS-Gebühren. Mein Ziel ist eine Beitragsfreiheit bei Kitas und eine spürbare Entlastung bei den Elternbeiträgen zur Ganztagsbetreuung. Ich möchte Modelle prüfen, die die Flexibilität und Kostenfreundlichkeit der früheren ÜMI aufgreifen und gleichzeitig die Qualität der OGS sichern. Hierzu habe ich bereits von mir aus Kontakt mit den zuständigen Ministerien aufgenommen und einen entsprechenden Antrag an den Ausschuss geleitet. Ich bleibe an dem Thema dran.
2. „Die Wohnungsnot betrifft viele Menschen. Welche konkreten Maßnahmen planen Sie, um mehr bezahlbaren Wohnraum zu schaffen.“
Ich will in allen neuen Baugebieten mindestens 30 % sozialen Wohnungsbau festschreiben und gleichzeitig bestehende Leerstände aktiv nutzen. Dafür braucht Selm ein Leerstands- und Baulückenkataster, mit dem wir ungenutzte Wohnungen und Grundstücke erfassen und gezielt in den Markt zurückführen. Mir ist wichtig, dass bezahlbarer Wohnraum auch bedeutet: barrierefrei, energieeffizient und mit einer guten Anbindung an Kitas, Schulen und Busverbindungen. So schaffen wir nicht nur neuen Wohnraum, sondern auch echte Lebensqualität – für junge Menschen, Familien und Senioren gleichermaßen.
3. „Ganze Häuser/Wohnungen (Immobilien-Haie) werden in Selm und Bork an Studenten/Monteure und Urlauber vermietet, während Wohnungssuchende auf der Strecke bleiben. Wie möchten Sie diesem Problem entgegenwirken, um faire Chancen für alle Bewohnerinnen und Bewohner zu schaffen?“
Ich nehme die Zweckentfremdung von Wohnraum sehr ernst. Wenn ganze Häuser an Monteure oder Urlauber gehen, fehlen sie den Menschen hier in Selm und Bork. Ich will deshalb klare Regeln gegen Zweckentfremdung prüfen und für mehr Kontrollen sorgen. Gleichzeitig setze ich mich für ein Leerstands- und Baulückenkataster ein, damit wir blockierten Wohnraum wieder nutzbar machen. Mir ist wichtig, dass vor allem junge Familien, Senioren und Menschen, die hier ihren Lebensmittelpunkt haben, faire Chancen auf bezahlbaren Wohnraum bekommen.
4. „Ich wohne seit 8 Jahren in Cappenberg und engagiere mich hier im Dorf. Leider habe ich immer wieder erleben müssen, dass Cappenberg als kleinster Stadtteil von Selm bei Maßnahmen und Investitionen im Gegensatz zu Selm und Bork leer ausgeht. Mit welchen konkreten Maßnahmen wollen Sie als Kandidaten die Stimme der Cappenberger Bürger gewinnen.“
Ich weiß, dass Cappenberg oft das Gefühl hat, gegenüber Selm und Bork zurückzustehen. Das will ich ändern. Für mich gehört dazu, Investitionen gerechter zwischen den Stadtteilen zu verteilen und Cappenberg endlich sichtbar mitzudenken. Der Bürgerbus wird kommen, und ich unterstütze dieses Projekt ausdrücklich, weil es die Anbindung verbessert. Darüber hinaus will ich die Rad- und Gehwege zwischen Cappenberg und Bork ausbauen und das Ehrenamt im Dorf stärker fördern, gerade Vereine und Feste verdienen mehr Unterstützung. Wichtig ist mir auch, dass Spielplätze, Treffpunkte und Investitionen für Kinder und Senioren nicht nur in Selm und Bork entstehen, sondern auch hier in Cappenberg. Mein Ziel ist, dass die Menschen in Cappenberg sich genauso gehört und ernstgenommen fühlen wie in den anderen Stadtteilen.
5. „Die Stadtverwaltung hatte vier statt zwei Windenergiebereiche für Selm vorgeschlagen – auch mit Blick auf den Aufbau einer zentralen Wärmeversorgung für Selm. Sie ist damit krachend gescheitert. Teilen Sie die Vorbehalte gegen Windkraft oder müsste Selm mehr Initiative zeigen im Bereich regenerative Energiegewinnung?“
Ich stehe klar zu erneuerbaren Energien, aber ich sehe auch, dass die Verwaltung beim Thema Windkraft die Menschen nicht ausreichend mitgenommen hat. Vier Flächen vorzuschlagen, ohne vorher eine ehrliche Beteiligung der Bürger zu organisieren, war der falsche Weg. Ich will, dass Selm beim Ausbau regenerativer Energien mehr Initiative zeigt – Photovoltaik, Geothermie und auch Windkraft können wichtige Bausteine sein. Aber für mich gilt: nur dort, wo es passt, wo Belastungen für Anwohner und Natur vertretbar sind und wo die Menschen von Anfang an eingebunden werden. Besonders wichtig ist mir, dass wir mit Konzepten wie Bürgerenergie-Genossenschaften dafür sorgen, dass die Selmer direkt profitieren und nicht nur Investoren. Gleichzeitig können lokale Energien helfen, die Preise langfristig stabil zu halten. Und wir sollten technologieoffen denken – Selm braucht einen ausgewogenen Energiemix, der zu unserer Stadt passt. So schaffen wir Klimaschutz mit Augenmaß und Akzeptanz.
6. „Vermissen Sie öffentliche Trinkwasserbrunnen in Selm?“
Ja, ich vermisse öffentliche Trinkwasserbrunnen in Selm. Gerade an zentralen Plätzen, Spielplätzen und in den Sportbereichen würden Brunnen die Lebensqualität deutlich erhöhen und auch ein Signal für mehr Nachhaltigkeit setzen. Sie tragen dazu bei, dass Kinder und Jugendliche öfter zu Wasser statt zu Süßgetränken greifen, und sie helfen uns, besser mit heißen Temperaturen und langen Sommern umzugehen. Mir ist wichtig, dass wir prüfen, wo solche Brunnen schnell und kostengünstig eingerichtet werden können, damit alle Bürgerinnen und Bürger unkompliziert Zugang zu frischem Trinkwasser haben.
7. „Therma Sicherheit: Sind Sie für mehr Videoüberwachung?“
Sicherheit in unserer Stadt ist mir sehr wichtig. Ich glaube nicht, dass mehr Kameras allein die Probleme lösen. Videoüberwachung kann an einzelnen Schwerpunkten sinnvoll sein, etwa dort, wo es wiederholt Vorfälle gibt. Für mich gilt: so viel Videoüberwachung wie nötig, aber so wenig wie möglich – und immer im Einklang mit geltendem Recht. Noch wichtiger ist eine sichtbare Präsenz von Ordnungshütern – sei es Mitarbeitende vom Ordnungsamt, Ordnungspartnerschaften oder auch Vereine, die Verantwortung übernehmen. Dazu kommen gute Beleuchtung und eine saubere Umgebung, denn das stärkt das Sicherheitsgefühl der Menschen viel mehr als flächendeckende Überwachung. Ebenso wichtig ist Prävention: durch Jugendarbeit, Vereinsförderung und eine Stadt, die gepflegt und lebendig ist. Mein Ziel ist eine sichere Stadt, in der wir uns wohlfühlen, ohne dass der öffentliche Raum ständig unter Generalverdacht steht.
Weitere Fragen an Heiko direkt
„Ist Ihnen bewusst, dass eine weitere (3. WG in Selm) eine weitere Aufspaltung eines gewissen Wählerpotentials bedeutet und somit auf jedem Fall SPD und CDU fördert. Sie selber hatten 2020 kommuniziert, dass es wichtig sei, eine absolute Mehrheit von CDU und SPD zu beenden.“
Jede neu hinzukommende Partei oder Wählergemeinschaft führt zu einer Aufteilung von Stimmen. Das ist ein normaler Teil der Demokratie. Entscheidend ist, dass Bürger eine echte Wahl haben. Mit Stark für Selm biete ich eine transparente, unabhängige und bürgernahe Alternative. So wird verhindert, dass CDU und SPD allein die Richtung vorgeben.
„Was genau konnten Sie in Ihrer neu gegründeten Wählergruppe umsetzen, was bei der IKS nicht und warum nicht ging?“
Ich war niemals Mitglied der 2024 neu gegründeten IKS und kann deshalb auch nicht beurteilen, was dort umgesetzt wird oder nicht – das müssen die Verantwortlichen selbst beantworten. Meine Beweggründe für den Austritt aus der damaligen Fraktion – nicht zu verwechseln mit der Wählergruppe IKS – habe ich in einer persönlichen Erklärung auf meiner Facebook-Seite dargelegt. Entscheidend ist für mich: Mit Stark für Selm konnte ich von Beginn an einen eigenen Weg gehen, unter den Augen der Öffentlichkeit, mit klaren Strukturen, echter Transparenz und Bürgernähe.
Fazit
Diese Antworten habe ich der Redaktion der Ruhr Nachrichten zur Verfügung gestellt. Mir ist wichtig, dass alle Bürger die Möglichkeit haben, meine Positionen nachzulesen und mich an meinen Aussagen zu messen.